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Studienreise des Fränkischen Weinbauverbandes führte nach Israel

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Heilige Stätten und eine abwechslungsreiche Landschaft, hervorragende Weine und große Winzerpersönlichkeiten, Aufbruchsstimmung und die Suche nach der eigenen Identität sowie ein beeindruckendes Bewässerungsmanagement – das alles wird den Teilnehmern der Weinstudienreise des Fränkischen Weinbauverbandes von Israel noch lange in Erinnerung bleiben.

Mit Renée Salzman (ZAG Wines Ltd.) hatten die Verantwortlichen eine kompetente Insiderin als Reisebegleiterin gewinnen können. Durch ihre guten Kontakte ermöglichte sie den fränkischen Winzern beste Einblicke in ganz unterschiedliche Weinbaubetriebe vom kleinen Boutiqueweingut bis hin zur großen Kellerei. Des Weiteren vermittelte sie mit ihren persönlichen Schilderungen auch ein Bild vom Alltagsleben in Israel. „Das war eine unvergessliche Woche. Wir hatten wirklich kein Standardprogamm, es war eine freundschaftliche Führung der ganz besonderen Art“, bilanzierte der Vizepräsident des Fränkischen Weinbauverbandes Horst Kolesch am Ende der Reise. 

Insgesamt wurden auf der Rundreise zwölf Weinbaubetriebe ganz unterschiedlicher Größe und Struktur besucht: Im Judäischen Bergland: Domaine du Castel Winery, Tzora Winery, Sphera Winery, Seahorse Winery, in der Negev Wüste: Yatir Winery, in der Region Sharon und Carmel Berge: Tulip Winery, Carmel Winery, Somek Winery, Margalit Winery, im westlichen und oberen Galiläa: Kishor Winery, Galil Mountain sowie auf den Golanhöhen: Bazelet Hagolan Winery.

War in den vergangenen Jahren von Israel die Rede, so ging es in den seltensten Fällen um Wein. Dabei hat dieser hier eine lange Tradition. Im Laufe der Jahrtausende gab es immer wieder Höhen und Tiefen. Mit der arabischen Eroberung um 650 n. Chr. setzte sich das moslemische Alkoholverbot durch und der Weinbau kam bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Erliegen. Als Begründer des modernen israelischen Weinbaus gilt Baron Edmond James de Rothschild, der in Israel ein großes Potential sah und in Landwirtschaft und Weinbau investierte. 

Aktuell werden auf rund 5.500 Hektar Reben für die Weinproduktion angebaut. Die Weinberge erstrecken sich vom nördlichen Galiläa durch die Carmel Berge und die Jerusalemer Berge bis zur Negev Wüste im Süden. Es gibt keine großen zusammenhängenden Weinbergsflächen, die Weingärten sind oft klein und weit verteilt. Immer wieder waren die fränkischen Winzer während der Rundreise beeindruckt, wie durch Entsalzungsanlagen und ausgeklügelte Bewässerungssysteme selbst abgelegene Regionen mit Wasser versorgt werden und so eine Bewirtschaftung möglich ist. 

Die Reben stehen in Israel auf unterschiedlichen Böden. Auf den Golanhöhen gibt es Vulkanböden, in den mittleren und hohen Lagen von Galiäa kommen Terra Rossa und Lehm-Löss hinzu. In den niedrigeren Lagen des Judäischen Flachlands und der Judäischen Berge dominieren Kalkstein, Lehm-Löss, Terra Rossa und Kiesböden.

Es gibt heute rund 300 Betriebe, darunter große, aber auch zahlreiche Boutiqueweingüter. Nach der offiziellen Statistik produziert Israel pro Jahr rund 40 Millionen Flaschen Wein, wobei vorwiegend Rotwein (63 %) hergestellt wird. Der Weißwein hat nur einen Anteil von 16 %, gefolgt von Schaumweinen, Rosé- und Süßweinen. Die Liste der roten Rebsorten wird von Cabernet Sauvignon, Carignan und Merlot angeführt, wobei viele Rotweine im typischen Bordeaux-Blend gekeltert werden. Bei den weißen Sorten sind Colombard und Emerald Riesling die am weitesten verbreiteten Sorten, gefolgt von Muscat of Alexandria, Sauvignon Blanc und Chardonnay sowie Gewürztraminer und Viognier.  

Aktuell sind immer noch sehr viele Weine zu finden, die dem bordelaiser Weintyp entsprechen. Aber die Winzer sind intensiv auf der Suche nach einer eigenen Identität. Beeindruckt waren die fränkischen Kollegen von der durchgehend guten Qualität, auch ohne Qualitätsweinprüfung.

In der israelischen Weinbranche ist aktuell ganz viel in Bewegung. Es gibt noch die Betriebe der Gründergeneration, wie Carmel. Dann findet man die zweite Generation mit zahlreichen Quereinsteigern wie Seahorse. Jetzt kommt eine neue Generation mit Winzern und Kellermeistern hinzu, die für ihre Ausbildung weltweit unterwegs gewesen sind. Sie gehen neue Wege in der Vermarktung. Mit der Teilnahme an internationalen Weinmessen und Präsentationen werden die israelischen Weine in der Weinwelt zunehmend wahrgenommen. Einen nicht ganz unbedeutenden Beitrag dazu leistet auch Renée Salzman, die 2008 das Projekt ‚Twin Wineries‘ mit Partnerweingütern aus Israel und Deutschland ins Leben gerufen hat, um den Dialog und den kulturellen Austausch zu fördern.  

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