Fränkische Trias

Boden des Frankenweins

Terroir in Franken

Unser Terroir gewinnt seine Einzigartigkeit aus den geologischen Gegebenheiten der Trias-Epoche. Dieses bemerkenswerte Zusammenspiel von drei unterschiedlichen Gesteinsarten in einer einzigen Weinregion findet man weltweit kein zweites Mal. Die Trias-Formation ist über 220 Millionen Jahre alt und stellt ein beeindruckendes Naturwunder dar, dessen Wirkung wir nicht nur bewundern, sondern auch für unsere Zwecke nutzen dürfen. Diese uralte Geologie bildet die wertvolle Grundlage für unsere Weine, die wir zu einzigartigen Charakteren entwickeln.

Während der geologischen Ära der Trias wurden in der heutigen Weinregion Franken die Gesteinsformationen abgelagert, die die gegenwärtige Geologie sowie die Landschaftsmerkmale, die Böden und letztlich den Charakter des Weins beeinflussen. Der Name „Trias“ verweist auf die „Drei“, da sich in diesem Zeitraum über etwa 30 Millionen Jahre hinweg drei deutliche Epochen unterscheiden lassen. Diese drei Bodentypen – Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper – prägen durch ihre schichtweise Neigung das Landschaftsbild der fränkischen Stufenlandschaft.

Trias und Terroir in Franken:

Wie sind die Böden entstanden?

Vor 220 Millionen Jahren waren die Gesteinsschichten überwiegend horizontal abgelagert. Dann lagen diese drei Schichten wie ein „Stein-Sandwich“ sehr lange übereinander, bis vor 30 Millionen Jahren der Oberrheingraben mit der Auffaltung der Alpen einbrach und damit großer Druck auf die Schichten der Trias ausgeübt wurde. Die Einzelteile des Sandwichs wurden bedingt durch tektonische Hebungen und Senkungen schräg verschoben, zum Teil gekippt und verbogen und es entstand die fränkische Schichtstufenlandschaft. Diese Anhebung betrug im Bereich des Spessarts 1000 Meter, im Raum Würzburg 500 Meter und im Steigerwald immerhin noch 200 Meter. Daraus resultiert die von West nach Ost abfallende Schrägstellung der Schichtstufenlandschaft Weinfrankens. Auf diese schräg gestellten Schichtenpakete der Trias konnten nun die physikalischen und chemischen Prozesse der Verwitterung einwirken. Unterschiedlich harte Gesteinsschichten widerstanden der Verwitterung einmal mehr oder weniger, sodass dies zu den charakteristischen Verebnungsflächen (Gäuflächen) oder Steilanstiegen (Steigerwald) führte, die das typische Landschaftsbild Weinfrankens heute beherrschen. . Die Trias liegt seither unter (Main)Franken wie ein dreiteiliger Fächer – von West nach Ost haben wir Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper.

Trias und Terroir in Franken:

Wie beeinflusst das Terroir den Wein?

„Nur was hat das jetzt alle mit Wein zu tun?“ fragen Sie sich natürlich zurecht?! Nun ja, die Böden in denen die Rebstöcke bis zu 20 Meter tief wurzeln haben enormen Einfluss auf den Geschmack der fränkischen Sortenvielfalt. Mineralstoffgehalt, Nährstoff und Wasserangebot sind hier besonders prägend. Genau darin unterscheiden sich die 3 in Franken vorkommenden Böden besonders, und beeinflussen so auch den Geschmack je nach Lage auf die unterschiedlichste Weise.

Trias und Terroir in Franken:

Der Bundsandstein

Die basalste Schicht des Trias-Zeitalters entstand durch die Ablagerung von sandigem Material. Durch Flüsse wurden die Verwitterungsprodukte prähistorischer Gebirge in ein Becken transportiert, wo sie sich in zahlreichen aufeinandergeschichteten Schichten ablagerten. Das Klima zu dieser Zeit war vorwiegend trocken und äußerst heiß, vergleichbar mit den heutigen Wüstenregionen Innerasiens. Die Sandsteine des Buntsandsteins, die im weinfränkischen Gebiet eine rötliche Färbung aufweisen, bestehen hauptsächlich aus Quarzkörnern. Diese rötliche Färbung resultiert aus dem Eisengehalt des Sandsteins. Hier tritt der Silvaner in den Hintergrund und überlässt Rotweinen wie dem Spätburgunder die Bühne. Ganz nach dem Motto „Gleich und Gleich gesellt sich gerne“. Der rote Spätburgunder und der rote Buntsandstein sind dank Eigenschaften wie einer raschen Erwärmung des mageren Bodens ein perfektes Paar. Die daraus entstehenden feinen, eleganten und oft schlanken Weine haben nicht selten ein Aroma von Kirschen und anderen Roten Früchten. In Weißweinen finden wir oft Aromen von Zitrus und Grapefruit. Wo wir ihn finden? – Flussabwärts bei Klingenberg und Bürgstadt am Mainviereck

Trias und Terroir in Franken:

Der Muschelkalk

Die Sandsteinschichten wurden durch das urzeitliche Thetysmeer überflutet, das ein größtenteils flaches Gewässer bildete. In diesem Meer gedieh eine Flora und Fauna, deren kalkhaltigen Überreste die heutigen tonhaltigen Gesteine des Muschelkalks formen. Das Klima dieser Periode war gemäßigter, nicht mehr so extrem heiß und trocken wie zuvor, ähnlich dem gegenwärtigen Klima im südlichen Mittelmeerraum. Dieser Boden, durchzogen von kalkhaltigem Gestein, steinigem Lehm und Ton, übt einen einzigartigen Einfluss auf unsere fränkischen Weine aus. Mit seiner Fülle an Nährstoffen, Wasserspeicherungskapazität und Wärmespeicherung bietet der äußerst kalkhaltige Untergrund optimale Voraussetzungen für unsere fränkischen sowie internationalen Rebsorten. Sorten wie Silvaner, Grau- und Weißburgunder fühlen sich hier besonders wohl und belohnen den Winzer sowie Sie als Genießer mit feingliedrigen, zarten Weinen und einem subtilen, jedoch deutlich prägnanten Aroma. Wo wir ihn finden? – Er zieht sich weit durch Franken, vom östlichen Mainviereck am Homburger Kallmuth bis ins Obere Maindreieck wo er an der Volkacher Mainschleife mit der Berühmten Lage „Volkacher Ratsherr“ endet.

Trias und Terroir in Franken:

Der Gips- und Lettenkeuper

Während dieser Epoche schwankte das Klima zwischen feuchtwarmen, subtropischen und ariden (wüstenähnlichen) Bedingungen. Die stetige Abfolge von Meeresphasen, Brackwasserbereichen, Wattgebieten, Lagunen, Sümpfen, Deltas und Flüssen kennzeichnete die Entstehung des Keupers. Die Pflanzenwelt zeigte sich in ihrer Fülle und Vielfalt. In Reaktion auf diese vielfältigen Umweltbedingungen sammelten sich durch Eintrag, den Zerfall von Pflanzen oder Verdunstung zahlreiche Sedimentschichten an, aus denen Gesteine entstanden. Im Keuper überwiegen Tonsteine, Tone und Tonmergel, die im feuchten Zustand auch als „Letten“ bezeichnet werden. Außerdem treten in beträchtlichen Mengen Gips und Sandsteine auf. Diese Kombination von Stein, Sediment und Ablagerungen schafft optimale Bedingungen für das Wachstum der Rebe und die beste Voraussetzung für körperrreiche, charakterstarke Weine mit einem stark ausgeprägtem Aromabild was sich meist nach einigen Jahren Lagerung am Besten entfaltet und ungeahnte Aromatiken eröffnet. Wo wir ihn finden? – Richtung Steigerwald und Iphofen